Das Werkzeug des Grubenarbeiters
Das Werkzeug des Grubenarbeiters
Von Anfang an war die Arbeit in den Erzgruben Handarbeit. Das Werkzeug war einfach, aber zweckmässig. Man kann es sich im « Musée Pesch » in Lasauvage ansehen. Hier eine Uebersicht der einfachsten Hilfsmittel, um das Gestein anzubohren, das Bohrloch mit Sprengstoff zu füllen, das Erz zu zerkleinern und die « Buggis » zu laden. (Norbert Quintus : « D’Aarbecht an de Galerien »)

Ein Wort noch zur Karbidlampe. Sie wurde 1904 von Pierre Schiltz in Tetingen gebaut. Die Firma Buchholz und Ettinger stellte sie serienmässig her. Die Tetinger Karbidlampe wurde später in der ganzen Welt als Grubenlampe benutzt. Das Karbid (Calciumcarbid) befand sich im unteren Teil der Lampe. Drehte man den kleinen Hahn auf, so tropfte Wasser darauf und es bildete sich ein brennbares Gas (Acetylen), das oben am Brenner angezündet wurde und ziemlich hell leuchtete. Später wurde die Karbidlampe durch ein elektrisches Licht ersetzt, dass am Helm befestigt war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das oben abgebildete Werkzeug nach und nach durch immer modernere Maschinen errsetzt, die noch bis 1981 (Schliessung der Grube Thillenberg) im Betrieb waren. Beispielsweise gab es den Walzenschrämmlader, der Minette abbaute und gleichzeitig weiterbeförderte, oder die Ankerbolzenmaschine, welche lange Bolzen in die Decke dübelte, wodurch diese gehalten wurde und keine Holzstützen mehr brauchte, oder die Beraubermaschine, welche automatisch die Decke putzte, der Wurfschaufellader (auf der Strecke der Minièresbunn zu sehen) usw. In den Gruben gab es grosse Druckluftanlagen und elektrische Zentralen, welche die Energie für die Maschinen lieferten. (ebenfalls in auf der Strecke der Minièresbunn zu sehen). Die Arbeit in der Grube wurde damit um einiges sicherer und die Produktion stieg.
Erztransport
Aus der Grube heraus wurde das Erz von Anfang an mit dem « Buggi » befördert. Der typisch luxemburgische « Buggi » wurde auch in Tetingen im « Atelier Friser » hergestellt. Geleert wurde der « Buggi » indem der Mineur den Kasten mittels eines Hebels hochstemmte und dann kippte. (unser Bild). Die « Buggis » wurden vom Zichelchen bis oben auf die Verladeaderampe mit Rutsche gezogen. Darunter befanden sich die Eisenbahnwaggons. Wurde der Buggi vom Arbeiter gekippt, so rutschte das Erz über die Rampe hinab in die offenen Waggons. Das Hochdrücken des Kastens erforderte allerdings viel Muskelkraft.

Gezogen wurde der « Buggi » anfangs von Pferden. In Fond-de-Gras beispielsweise arbeiteten die Pferde des Bauern Kies morgens in der Grube und am Nachmittag für den Besitzer auf dem Feld. Später wurde die « Ramme » von kleinen Lokomotiven gezogen. Da die Dampfloks sich wegen des Qualms in den engen Gängen als wenig geeignet zeigten, setzte man bereits in den Zwanzigerjahren Elektroloks ein. Davor gab es auch noch die Diesel-und Benzolloks, welche allesamt zu viel Rauch produzierten. Die Schmelz bezog auch Erz über die Seilbahn von Oettingen her.





