Eine traurige Grenzgeschichte
« sie konnten zusammen nicht kommen… »
In der Nummer 2 der kulturellen Zeitschrift « Galerie » aus dem Jahre 1986 finden wir folgende Abschrift eines Zeitungsartikels, die besagter Zeitschrift ohne nähere Angaben damals zugeschickt wurde :
Es muss sich wohl um den Zweiten Weltkrieg handeln.
Da der Artikel trotz intensiver Suche in keiner Luxemburger Zeitung aus dieser Zeit zu finden ist, ist anzunehmen, dass er in einer grenznahen deutschen Zeitung erschienen ist.
Beim Schöffen, der die Trauung vornahm, kann es sich nur um Albert Goerres handeln, der von 1950 bis 1955 sozialistisches Mitglied des Differdinger Schöffenrates war. Zu dieser Zeit war jedoch der Krieg vorbei. Allerdings hätte er auch als Ratsmitglied eine Trauung vollziehen können. Er war nämlich seit 1934 ununterbrochen Mitglied des Gemeinderates.
Weiter fragt man sich, weshalb die beiden nicht zusammen kommen konnten. Möglicherweise war es dem französischen Marinesoldaten verboten, das Land zu verlassen. Doch warum durfte das Fräulein Krippler nicht nach Frankreich einreisen? Vielleicht besitzt einer unserer Leser den Schlüssel zur Erklärung dieser mysteriösen Angelegenheit… ?
« Kriegstrauungen » gab es im ersten und zweiten Weltkrieg. Es handelte sich um ein stark vereinfachtes Verfahren, das innerhalb kürzester Zeit vollzogen werden konnte, damit der Soldat so schnell wie möglich wieder an die Front gelangte, wo man beständig mit seinem Tode rechnen musste. Daneben gab es im zweiten Weltkrieg noch die « Ferntrauung », die in Abwesenheit des Partners vollzogen werden konnte und die « Leichentrauung », welche zur Anwendung kam, nachdem der bisher in « wilder Ehe » lebende Soldat gefallen war. Auf diese Weise war sie soziale Absicherung der Frau mit dem Nachwuchs gewährt. Es gab aber auch die « Totenscheidung » für « unwürdige Kriegerwitwen. ».
Zöllner in Differdingen während der Kriegsjahre waren :
Christoph Beck wohnhaft in Rodange, Karl Bergmann wohnhaft in Differdingen, Johann Bölsterling wohnhaft in Rodange, Heinz Böttcher wohnhaft in Differdingen, Wilhelm Daurer wohnhaft in Lamadelaine, Fritz Friese wohnhaft In Rodange, Helmuth Glas wohnhaft in Oberkorn, Paul Hainke wohnhaft in Differdingen, Hermann Hünerfauth wohnhaft in Oberkorn,Theodor Marschall wohnhaft in Lamadelaine, Anton Rieger, wohnhaft in Lamadelaine, Jodef Schaefer, wohnhaft in Rodange und Joseph Schmitz wohnhaft in Rodange.








