Minières II

 

 

Wie das Erz zu Tage kam

 

 

 

Bei den auf der Karte eingetragenen Gruben handelt es sich um die Wichtigsten in Differdingen. Sie wurden von großen Gesellschaften wie Arbed, Hadir, Thy le Château, Providence, Ougrée-Marihaye, Angleur, Couillet, Chiers, Steinfort, Gorcy, Musson usw ausgebeutet.

 

 

Die Minette ist in verschiedenen Schichten unter der Erde vorhanden. Die verschiedenen Schichten sind auch unterschiedlich eisenhaltig. Bei uns gab es übereinander : das schwarze Lager, das graue Lager, das rote Lager, das untere rotkalkige Lager, das obere rotkalkige Lager. Jede Schicht hat einen Durchmesser von 2 bis 4 Metern. Die Schichten sind auch von sterilen Schichten voneinander getrennt. Den höchsten Eisengehalt hat die rote Schicht. Auf diesen eisenhaltigen Gesteinsschichten befindet sich eine bis 20 Meter hohe Abraum-oder Deckschicht.

 

 

 

Im Tagebau.

 

 

An Stellen, wo die Schichten nicht zu tief lagen, war es kostengünstiger, sie im Tagebau abzubauen. Zuerst mußte natürlich die Abraum-oder Deckschicht entfernt werden. Sie diente später zum Auffüllen. Die verschiedenen Schichten wurden dann treppenförmig freigelegt, das heisst für jede Schicht legte man eine Stufe an, worauf der Abbau vorgenommen wurde. Auch für die sterilen Zwischenschichten gab es jeweils eine Stufe. Der Abbau im Tagebau war wie gesagt kostengünstiger und bot dem Bergarbeiter viel mehr Sicherheit, als der Stollenabbau. Ausserdem kam man viel besser an dünne oder an versteckt liegende Schichten heran. Der grosse Nachteil war jedoch die schreckliche Zerklüftung der Landschaft, die damals wohl die wenigsten kümmerte, denn hier ging es um den Reichtum des Landes. Heute nach über 30 Jahren hat die Natur die Tagebaugebiete zurückerobert und es entstand eine sehr interessante Pionierfauna–und Flora, die man jedoch schützen muss, weil es sonst zu einer regelrechten Verbuschung dieser Gebiete kommen würde. Größtes und schönstes frühere Tagebaugebiet ist der « giele Botter » in Niederkorn, wo auf einem geologischen Wanderweg mit Schautafeln auf das frühere Abbau des Erzes hingewiesen wird. (Zugang am Wasserbehälter rue Titelberg in Niederkorn).

 

 

 

Unter Tage.

 

Da wo die Abraumschicht zu hoch war und die abbaufähigen Lager zu tief, wurde mit Stollen gearbeitet und zwar vom Abhang aus. Die Stollen wurden waagerecht in die verschiedenen Schichten hineingetrieben und folgten ihnen. Dabei musste man darauf achten, dass der Gang keine falsche Neigung erhielt, damit das Wasser sich nicht dort sammeln  konnte. Zuerst wurde der Hauptgang in den Berg gehauen und zwar bis zum Ende der Konzession. Von ihm aus trieb man die Sekundärstrecken in einem gewissen Winkel in das Gestein. Haupt-und Sekundärstrecken dienten dem Erztransport, dem Personentransport, der Belüftung und Wasserabführung. Zu den Sekundärstrecken wurden dann Parallellstrecken angelegt von welchen dann die Abbaustrecken abzweigten. Der Vorteil dieser zusätzlichen Parallellstrecke war, dass man sie gefahrlos benutzen konnte, vor allem aber, half sie die Gänge gut zu durchlüften. Die Abbaustrecken folgten dem Minette-Lager so auf 80 bis 100 Metern. War man am Ende angelangt, wurde durch Sprengung die « piles » d.h die Wände zwischen den Abbaustrecken zum Einsturz gebracht, worauf das gesamte « Dach » einstürzte. (Pfeilerrückbau oder « dépilage »). Auf diese Weise verringerte sich das Gewicht des Berges auf den Rest der Grube. Der zusammengestürzte Gang selber wurde mit einem aufgehängten Holzkreuz gezeichnet und hiess dann « alter Mann ». Klar, dass so ein Zusammmenbruch sich oft bis an die Oberfläche bemerkbar machte. Daher auch die vielen klaffenden Erdspalten auf dem “Berg“. Eine ausschlaggebende Rolle beim Stollenbau spielte der Grubengeometer oder Markscheide, der die Richtung genau vermessen mußte.

 

 

 

Grube Grand-Bois Lasauvage:

 

 

 

 

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